Gedichtanalyse – Struktur

Eine vernünftige Gedichtanalyse zu schreiben ist gar nicht so einfach. Wenn man eine sehr detaillierte schreibt, dann kann es schon passieren, dass man mehrere Stunden braucht um ein einigermaßen vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Mit ein paar einfachen Schritten gelingt aber jede Analyse. 


Wie ist eine Gedichtanalyse gegliedert? 

Falls du ein Schüler bist kann ich dir schon vorweg sagen, dass es kein perfektes Ergebnis und keine perfekte Struktur für eine solche Analyse gibt. Es ist von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich, wie sie aufgebaut werden soll und welche Aspekte du beachten musst. Um einen Anhaltspunkt zu haben, wie man eine Gedichtanalyse schreiben kann, stelle ich nun vor, wie ich sie gelernt habe.


Grob gesagt gliedert man in:

  1. Einleitung
  2. Inhaltswiedergabe
  3. Formanalyse
  4. Beschreibung, Erklärung und Deutung
  5. Schluss

Was kommt in die Einleitung?

Als erstes nennt man die allgemeinen Angaben. Diese beinhalten die Textsorte, den Titel des Gedichts, den Namen des Autors, das Erscheinungsdatum und eine Epochenzuordnung. Danach folgt die Benennung des Themas. Dabei muss beachtet werden, dass diese kurz ist und sich auf das wesentliche Thema bezieht (Details sind uninteressant und wegzulassen). Anschließend stellt man eine Hypothese auf. Das hört sich zwar ziemlich kompliziert an, dient aber als Leitfaden um die Analyse nicht unendlich in die Länge zu ziehen. Eine Hypothese ist eine Behauptung, in dieser kannst du z.B. schreiben, was du denkst, was der Autor mit seinem Gedicht ausdrücken möchte.


Was beinhaltet eine Inhaltswiedergabe?

In dem Teil soll der Inhalt des Gedichts knapp und am besten chronologisch wiedergegeben werden. Dabei ist zu beachten, dass man sich nicht in Details und Kleinigkeiten verliert! Außerdem ist es nicht empfehlenswert bzw. es ist falsch, den gesamten Text zu wiederholen (sonst könnte man ja auch einfach das ganze Gedicht nochmal abschreiben :D). Zusätzlich sollte man sich merken, dass man Inhaltswiedergaben immer im Präsens schreibt.


Was beinhaltet die Formanalyse?

In dem Teil nennt man die Anzahl der Strophen und Verse (bsw. 4 Strophen à 3 Verse). Außerdem beinhaltet die Formanalyse die Nennung des Reimschemas (es gibt deb Paarreim (aa), den Kreuzreim (abab), den umarmender Reim (abba), den Schweifreim (aabccb) usw.). Zudem geht man auf das Metrum ein, hierbei gibt es den Jambus, den Trochäus, den Anapäst und den Daktylus. (Eine Erklärung dieser findest du in der Kategorie „Begriffe“). Dem folgend führt man den Satzbau an (parataktisch oder hypotaktisch) und die Wortfelder. Lassen sich in dem Gedicht auch Enjambements finden? Beachtet der Dichter Satzschlusszeichen oder fehlen sie vielleicht sogar?


Was soll man zur Beschreibung, Erklärung und Deutung schreiben?

Während man einen Text liest, stellt man immer irgendetwas fest. Wie wirkt das Gedicht auf jemanden? Wie ist das Gedicht gestaltet und aufgebaut? ( Verbirgt sich dahinter ein Sinn/eine bestimmte Struktur? Gibt es Besonderheiten? All dies schreibt man zu diesem Punkt. Man rattert sie allerdings nicht einfach runter, sondern versucht auch zu erklären, warum der Autor das gemacht hat. Als Hilfe kann man sich bspw. vorstellen, dass man der Autor selbst sei und stellt sich dann die Frage: „Warum habe ich das jetzt so gemacht?“. 

Verwendet der Autor auffällige Gestaltungselemente? In welcher Beziehung stehen diese Elemente zueinander? Kann man eine Verbindung zwischen diesen und den inhaltlichen Aussagen feststellen?

Während man diese Fragen beantwortet, kann es nicht schaden, seine Hypothese im Hinterkopf zu haben. 🙂 #winkmitdemZaunpfahl


Was schreibt man als Schlussbetrachtung?

Am Ende greift man seine Hypothese wieder auf und beantwortet auf Grundlage seiner Analyse, ob sich diese bestätigt oder widerlegt. Kann man ggf. seine Hypothese noch erweitern? Außerdem kann man noch einen Bezug auf die heutige Zeit herstellen, passt das Gedicht noch heute?

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